Seit 2015 sind rund 566.000 Kinder und Jugendliche nach Deutschland gekommen, ein Fünftel von ihnen nach Nordrhein-Westfalen. Die Integration dieser jungen Menschen ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Deshalb fördert das Land Projekte von Trägern der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit sowie mehrerer Fachstellen mit jährlich rund 7,2 Millionen Euro. „Gemeinsam können wir Chancengeber für Kinder und Jugendliche in unserem Land sein“, erklärte Integrations- und Flüchtlingsminister Joachim Stamp bei einem Fachtag der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in Mülheim an der Ruhr. „Es geht uns nicht darum, woher jemand kommt, sondern darum, wohin er mit uns will. Deswegen unterstützen wir junge Geflüchtete bei der Integration. Die Träger der Jugendhilfe leisten dabei einen wichtigen Beitrag.“

Der Fachtag stand unter dem Motto „Viel erreicht! Viel zu tun! Chancen und Grenzen der Jugend(sozial)arbeit mit jungen Geflüchteten“. Vor Ort diskutierten rund 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Jugendämtern, Verbänden, Zivilgesellschaft sowie Fachkräfte darüber, wie professionsübergreifend noch mehr für gelingende Integration getan werden kann.

Der Minister betonte, dass das Land auch weiterhin ein starker Partner der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit ist: „Auch wenn die Zahl der Geflüchteten zuletzt stark zurückgegangen ist, bleibt der Auftrag der Jugendhilfe, die Teilhabe an Bildung, Freizeitgestaltung, kulturellem und künstlerischem Leben für alle jungen Menschen zu ermöglichen.“ Mit der jährlichen Landesförderung in Höhe von 7,2 Millionen Euro für die Träger der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit sowie mehrerer Fachstellen wurden allein mehr als 25.000 junge Flüchtlinge erreicht.

Daneben hat die Landesregierung Planungssicherheit beim Kinder- und Jugendförderplan (KJFP) geschaffen und dadurch eine 20 Jahre dauernde Debatte beendet. So wurde der KJFP 2018 auf 120 Millionen Euro jährlich aufgestockt und eine jährliche Dynamisierung vereinbart. „Diese finanzielle Absicherung erlaubt es uns nun, noch stärker über Inhalte zu reden. Denn wir brauchen eine starke Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, um die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bewältigen zu können,“ so Minister Stamp.

Für gelingende Integration spielt auch die Vernetzung untereinander eine wichtige Rolle. Die Landesregierung geht hier mit gutem Beispiel voran. So hat das Integrations- und Flüchtlingsministerium die Initiative „Gemeinsam klappt’s“ gestartet, damit junge Geflüchtete bis 27 Jahre bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Dabei gibt es eine enge Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Mehr als 73 Kommunen und Kreises beteiligen sich an dem Projekt, das mit einer Höhe von 50 Millionen Euro knapp 67.000 Geflüchteten eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll.