Der stellvertretende Vorsitzende und Obmann im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Amri“ der FDP-Landtagsfraktion, Joachim Stamp, erklärt zur kurzfristigen Absage eines der entscheidenden Zeugen im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss:

„Die Aufarbeitung des Falls Amri wird geradezu sabotiert, wenn einer der entscheidenden Zeugen jetzt eine Krankmeldung vorlegt, die bereits seit dem 20. März – also über einem Monat – andauert. Wir erwarten Aufklärung, warum die Erkrankung nicht vorher kommuniziert wurde. Herr Simon ist der Vorsitzende der Sicherheitskonferenz und muss die Frage beantworten, warum die Warnung des LKA vor dem Terroranschlag von Amri nicht zu einer Abschiebungsanordnung geführt hat und warum keine Freigabe der Amri-Akten beim Generalbundesanwalt beantragt wurde. Die FDP verlangt einen gesonderten Termin, um Herrn Simon unmittelbar nach seiner Erkrankung zu befragen. Bei rechtzeitiger Kommunikation hätten statt Simon weitere Mitglieder der so genannten `Sicherheitskommission´ gehört werden können. Es stellt sich die Frage, ob von Seiten der Landesregierung Druck auf die Ausschussleitung ausgeübt wurde, um weitere unangenehme Aussagen zu vermeiden. Das ist ein unglaublicher Vorgang.”